Wenn im Altarraum der Pfarrkirche St. Oswald in Buchen die Farbe Rot dominiert und eine Klangvielfalt stimmgewaltig auf viele Kirchenbesucher trifft, handelt es sich in aller Regel um ein Konzert mit dem Chor „Maranatha“. So auch am vergangenen Sonntag, wo „Maranatha“ einem großartigen Publikum sein Katholikentags Programm und dem Motto: „Steh auf und sing“ präsentierte.
Bereits ein Tag zuvor konnten Gottesdienstbesucher in der Pfarrkirche St. Alban in Hardheim erleben, was die Konzertbesucher am kommenden Donnerstag, um 20:30 Uhr im Würzburger Dom St. Kilian im Rahmen des Katholikentag Programmes erwartet. Und auch sie werden sicherlich genauso begeistert sein, wie die Gottesdienstbesucher in Hardheim und Zuhörer beim Konzert in Buchen, wo sich „Maranatha“ mit nahezu 130 Sängerinnen und Sänger zusammen mit den Musikern in Bestform präsentierten.
Während in Hardheim Pfarrer Christian Wolff seinen Vorabendgottesdienst unter das Katholikentagsmotto „Habt Mut, steh auf“ stellte und dadurch Worte, Gesang und Musik eine wunderbare Harmonie bildeten, präsentierte der Chor in Buchen sein einstündiges Konzertprogramm.
Chorleiter Jochen Schwab hieß in Buchen die Zuhörer nicht nur willkommen, sondern führte gleichermaßen einfühlsam wie beeindruckend durch das Programm. Bei der Chorleitung standen ihm Simon Schmeiser, Johannes Brennfleck und Justus Röderer zu Seite. Und so spürt man schon nach dem ersten Stück „Singt Gott ein Lied vom Leben“, dass man eine riesige singende Familie vor sich hat, in der sich Dirigent, Musiker und Sänger allein durch weniger Zeichen und Blickkontakt verstehen. Jeder kennt seine Aufgabe, sein Einsatz, findet den richtigen Ton und zeigt seine Freude, in dieser „musikalischen Großfamilie“.
Auch wenn das „Mitsingkonzert“ unter dem Motto „Steh auf und sing“ steht, passte das gesamte Repertoire hervorragend zum eigentlichen Katholikentagsmotto. Und wie es bei einem „Mitsingkonzert“ sein sollte, nahm man die Konzertbesucher mit einer „Kurzprobe“ und ausgelegten Liedtexten musikalisch an die Hand. Diese konnten beim nächsten Stück ihr „Mitmachen“ zeigen. Chormitglied Claudia Kögel schrieb den Text zu „Hab Mut, steh auf“, den Jochen Schwab mit einer mitreisende Melodie versah. Aus dem Kehrvers wurde dabei ein Kanon zu zwei Stimmen und so durften sich die beiden Seiten im Kirchenschiff bei den Chorstimmen einreihen und dies mit Klatschen an der richtigen Stelle! Dabei standen Simon Schmeiser und Johannes Brennfleck den Zuhören und erweiterten Mitsängern hilfreich zur Seite.
Mit „Heilig bist du, heilig, Gott“ präsentierte man ein eigenes Stück nach dem Text von Raphalea Soden und der Musik von Jochen Schwab. Mit dem Lied „Put Your Hand in The Hand“ blickte man in die Bibel. Besonders die Psalmen sind dabei inspirierende wie beeindruckende Werke, die die Erfahrung Gottes und die Sehnsucht nach Gott, zeitlos poetisch darstellen. So auch der Text aus Psalm 103 und dem daraus resultieren Loblied „Lobe den Herren meine Seele“, für den Jochen Schwab bereits 2014 die Musik schrieb. Mit „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ präsentierte „Maranatha“ danach den Kernsatz von Psalm 31 in einer modernen Interpretation der Gruppe „Habkuk“.
Manchmal braucht es auch eine sanfte Ansprache, um Mut zu machen, so Jochen Schwab in seiner Hinführung zu „Alles ist möglich, dem der liebt“, das von der Gruppe „Ruhama“ stammt.
Auch mit seinem zweiten Stück für den Katholikentag, ebenfalls mit dem Titel „Hab Mut, steh auf“, gilt es den Blick auf das Gute zu wenden, das die Liebe bewirkt. Hierzu schrieb Chormitglied Harald Löffler den Text, den Jochen Schwab als Ballade vertonte.
Zahlreiche Lieder aus Rock und Popp fordern immer wieder auf mutig zu sein und seine Stimme für eine friedliche Welt zu erheben. So im „You´re the Voice“, von John Farnham. Das Lied „Ihr sollt ein Segen sein“ entstand 2003 zum ersten Ökumenischen Kirchentag in Berlin. Ein Stück mit viel Symbolik auf eine Zukunft des Miteinanders und der Kooperation.
Mit den Stücken „Geht! Ihr seid gesendet“ und „Lean on me“ verabschiedete sich Maranatha“ von seinen Gästen in Buchen und in Hardheim von den Gottesdienstbesuchern.
Diese dankten dem Chor mit einem abschließenden stehendem Applaus. Für einen Abend mit viel Inspiration, mit Liedern die Mut machen, verpackt und dargeboten in einem mitfühlenden und mitreisendem Chorklang in einer beeindruckenden Dimension.
Wer dies noch einmal miterleben möchte, ist zum 104. Katholikentag nach Würzburg eingeladen, wo der Chor am kommenden Donnerstag, um 20:30 Uhr im Kiliansdom erneut, zusammen mit seinen Musikern, seine Stimme erhebt. Auch dort wird man seine klingenden Botschaften präsentieren, um seine Gäste anstecken und zu begeistern.

Foto: Wolfgang Weniger